West- und Zentralafrika

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Der europäische Blick auf West- und Zentralafrika richtet sich vor allem auf Krisen und Bedrohungsszenarien. Doch so groß die Probleme im Armenhaus der Welt auch sind – groß sind auch die Fortschritte, die zumindest die Länder Westafrikas in den vergangenen Jahrzehnten gemacht haben. Ihre Demokratien erweisen sich trotz widriger Bedingungen als beachtlich stabil.

Sechs erfolgreiche (Re-)Demokratisierungen hat Westafrika in diesem Jahrzehnt erlebt – mehr als jede andere Subregion des BTI. In Zentralafrika jedoch bestimmen noch immer harte Autokratien das Bild. Dazu gehören auch die politischen Dinosaurier, die sich hartnäckig an der Macht halten.

Nach wie vor ist eine fortgeschrittene wirtschaftliche Transformation in keinem west- und zentralafrikanischen Land zu verzeichnen. Besonders groß sind die strukturellen Probleme in den Rentenölonomien, in denen Rohstoffreichtum und verbreitete Armut in krassem Gegensatz zueinander stehen. Auch die Senkung der Geburtenrate ist ein Thema, dem sich die Länder der Region widmen sollten.

Nirgendwo auf der Welt ist Regieren so schwierig wie in West- und Zentralafrika. In vielen Gesellschaften besteht ein zumeist ethnisch grundiertes Konfliktpotenzial. Die größten Fortschritte sind derzeit von einer weiteren Vertiefung der regionalen Kooperation zu erwarten. Der Westen verliert dagegen an Einfluss als Entwicklungspartner.

Die bemerkenswert positiven Entwicklungen in Westafrika haben im zurückliegenden Jahrzehnt zur Herausbildung einer Vielzahl von „Demokratien in Armut“ geführt, die dringend auf eine respektvolle und langfristig ausgerichtete Zusammenarbeit angewiesen sind. Denn sie stehen unter erheblichem Druck.

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