Südliches und Östliches Afrika

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Seit zwei Jahrzehnten bewegen sich das südliche und östliche Afrika auf zwei verschiedenen Transformationspfaden: Während im Süden stabile Demokratien entstanden und auch die sozioökonomische Entwicklung weiter vorangeschritten ist, tut sich Ostafrika schwerer. Doch die Führungswechsel haben die Autokratien Ostafrikas zuletzt ein wenig geöffnet – während die führenden Volkswirtschaften des Südens schwächeln.

Äthiopiens Premierminister setzt auf Reformen – und ist damit ein Beispiel für den zumindest rhetorisch moderateren Kurs mancher Autokraten. Die größten politischen Schwierigkeiten unter den Demokratien lassen derzeit Tansania und Sambia erkennen.

Die jüngsten Öl- und Gasfunde in Ostafrika sind nicht nur eine gute Nachricht. In Burundi ist derzeit zu sehen, wie eine autoritativer Politikstil einer Volkswirtschaft schaden kann. Immerhin wächst die Wirtschaft in Ostafrika. Im südlichen Afrika dagegen sind die Wachstumslokomotiven Angola und Südafrika ausgefallen.

Auch wenn sich momentan einige Autokratien in die richtige Richtung zu bewegen scheinen, zeigt der BTI-Befund einmal mehr, dass autoritäre Herrschaftsformen der Qualität des Regierungshandelns nicht guttun. Die Länder mit den besten Governancewerten sind ausnahmslos Demokratien.

Vor dem südlichen und östlichen Afrika liegen herausfordernde Jahre. So dürften in Ostafrika die Bedrohungen politischer Rechte und Freiheiten anhalten. Von den harten Autokratien ist ohnehin wenig zu erwarten, aber auch in Burundi, Dschibuti, Ruanda und Uganda werden die autoritären Herrscher jede Herausforderung ihres lebenslangen Machtanspruchs mit Repression beantworten. Wesentlich vielversprechender erscheint die Situation im südlichen Afrika. Nachdem Cyril Ramaphosa in Südafrika Jacob Zuma abgelöst hat, besitzt das Land Potenzial für eine Erneuerung.

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