Mehr Ungleicheit und Repression

Die Qualität von Demokratie, Marktwirtschaft und Regierungsführung ist in Entwicklungs- und Transformationsländern auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren gefallen. Der Transformationsindex der Bertelsmann Stiftung (BTI) belegt, dass in zahlreichen der 137 untersuchten Staaten Demokratieabbau, grassierende Korruption und zunehmende Polarisierung einander bedingen und sich wechselseitig verstärken.

Der BTI 2020 verzeichnet in einer steigenden Zahl von Ländern einen verzerrten politischen und wirtschaftlichen Wettbewerb. Regierungen und mit ihnen verbundene Wirtschaftseliten nutzen bestehende Privilegien, um ihre Macht zu festigen und sich selbst zu bereichern. Diese Form der klientelistischen Herrschaftsgestaltung ist von jeher in Autokratien zu beobachten, findet aber vermehrt auch unter demokratisch gewählten Regierungen statt. Das Ergebnis ist eine zunehmende Ausgrenzung, politisch durch die Aushöhlung von Rechtsstaatlichkeit und die Beschneidung von Partizipationsmöglichkeiten, wirtschaftlich durch unfairen Wettbewerb und wachsende soziale Ungleichheit. Zugleich sind die ausgleichenden und konsensstiftenden Elemente der Regierungsführung zurückgegangen. Bestehende ethnische, religiöse oder regionale Spaltungen werden häufig instrumentalisiert und vertieft, so dass die Polarisierung von Gesellschaften in der zurückliegenden Dekade weltweit gestiegen ist.

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BTI 2020: Governance im internationalen Vergleich