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Sebastian Pfütze

Erfolgreicher Wandel braucht eine differenzierte wissenschaftliche Analyse von Transformationsprozessen, einen evidenzbasierten Vergleich, um von anderen lernen zu können und ein regelmäßiges Monitoring der Fort- und Rückschritte auf dem Weg zu Demokratie und Marktwirtschaft. Erfolgreiche Transformation braucht aber vor allem Akteure, die sich für den Wandel ihrer Gesellschaft einsetzen, die Wege und Strategien finden, um Hindernisse zu überwinden, Koalitionen zu schmieden und Reformen umzusetzen. Die strategische Reflexion mit Akteuren aus allen Weltregionen, der Blick auf Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen einzelnen Ländern ermöglicht einen ganz andersartigen Einblick in diese komplexen Steuerungsprozesse und birgt darüber hinaus neue Inspiration, den Weg fortzusetzen. Die sich gegenseitig befruchtende Kombination von Analyse und Erfahrungswissen eröffnet darüber hinaus eine gesamtheitliche Perspektive auf Transformationsprozesse, die für alle Seiten gewinnbringend ist.

Aus diesem Grund konzipierte die Bertelsmann Stiftung in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ein Dialogformat, das über zehn Jahre lang junge Entscheidungsträger aus Entwicklungs- und Transformationsländern zum internationalen Erfahrungsaustausch über gesellschaftlichen Wandel und politische Steuerung zusammenbrachte. Das gesamte Spektrum einer Gesellschaft zu versammeln, war dabei ebenso Programm wie die interregionale Zusammensetzung: Akteure aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Medien, Zivilgesellschaft und Wirtschaft aus allen Teilen der Welt nutzten den geschützten Raum und das interaktive Format von Diskussionen, Strategiespielen und Trainings intensiv zum Diskurs von Problemen und Lösungsansätzen. Dadurch erhielt die Konferenzreihe eine ganz eigene Dynamik, die von Kreativität, Flexibilität und Vertrauensbildung geprägt war.

Die Transformation Thinkers sind heute ein Netzwerk von über 120 Transformation Thinkers aus 72 Ländern, die den Wandel in ihren Gesellschaften wesentlich mitgestalten und prägen und den Erfahrungsaustausch und die gegenseitige Inspiration weiterhin nutzen. Der Organisationsrahmen ist dabei nicht entscheidend, häufig geschieht der Austausch punktuell, opportunitätsbezogen, von keiner vorgegebenen Struktur geleitet, immer aber freundschaftlich und mit großem Engagement und gegenseitigem Vertrauen.

Kontakte bleiben bestehen, Diskussionen werden fortgeführt, und es ist ein Referenzrahmen entstanden, in dem sich viele Transformation Thinkers aufgehoben fühlen und mit dem sie sich identifizieren. Das BTI-Team ist stolz darauf, zu einem solchen Netzwerk kluger Köpfe und engagierter Reformkräfte zu gehören und ist dankbar, bei vielen Initiativen und Projekten immer wieder auf solch eine anregende Zusammenarbeit bauen zu können.